Nicht alltäglich: Mountainbiking im Biosphärenreservat

Für manche ist es ein Widerspruch:

Mountainbiking in einem Biosphärenreservat! Doch was soll dagegen sprechen, wenn man auf markierten und festen Wegen fährt, dort, wo auch andere Freizeitgruppen unterwegs sind.

Dies zu ermöglichen, war ab 1998 die Aufgabe einer Arbeitsgruppe bei der Bayerischen Verwaltung des Biosphärenreservates Rhön. Dort musste man sich mit Lenkungsmaßnahmen im Naturschutzgebiet Lange Rhön befassen, einem der schützenswertesten Gebiete der Rhön überhaupt. Drei Gründe machten die Lenkungsmaßnahmen nötig:

Rechtssicherheit für Mountainbiker, denn die entsprechenden Gesetze, in Bayern ist es das Naturschutzgesetz, in Hessen das Waldgesetz, sind so schwammig formuliert, und werden von der Verwaltung gerne zum Nachteil der Mountainbiker ausgelegt. Im schönsten Teil der Rhön, im Naturschutzgebiet Lange Rhön, zählte das Fahrrad fahren  nicht zu den dort erlaubten Tätigkeiten.
Die Schaffung von Rückzugsflächen für die Natur
Die Minimierung von Begegnungskonflikten zwischen Wanderern und Mountainbikern.
Dazu musste zunächst ein Mountainbike-Konzept erstellt werden und eine Ausnahmegenehmigung bei der Naturschutzbehörde beantragt werden. An der Planung und Durchführung des Konzeptes waren der Allgemeine Deutschen Fahrrad Club (ADFC) und örtliche Mountainbike-Vereine beteiligt. Im Dezember 1999 wurde dem Antragsteller ADFC Rhön-Grabfeld unter bestimmten Auflagen die Genehmigung zur Befahrung einiger Wege mit dem Mountainbike im Naturschutzgebiet Lange Rhön erteilt. Die Auflagen sehen vor, dass die markierten speziellen Mountainbikerouten im Naturschutzgebiet Lange Rhön (und nur dort) von den Mountainbikern bindend eingehalten werden müssen und auf den gemeinsam genutzten Wegen besondere Rücksicht auf Wanderer genommen wird.

Letzteres gilt natürlich auf allen Wegen in der Rhön, wogegen außerhalb des NSG Lange Rhön die Freiheit der Wegewahl unter Berücksichtigung der jeweiligen Landeswald- oder Naturschutzgesetze gilt.

Dazu ist nach fast 14 Jahren zu bemerken: Es sind in der gesamten Zeit keine nennenswerten Konflikte zwischen Wanderen und Mountainbikern bekannt geworden. Das Ziel der Vereinbarung, zu einem gedeihlichen Miteinander zwischen Mountainbkiern und Wanderen zu kommen, ist im Wesentlichen ereicht.

Vereinbarungen zum Mountainbiken, von denen heute kaum jemand noch spricht

Noch Ende der 1990er Jahre wurde das Thema Mountainbiking heiß diskutiert. Im Freistaat Bayern richetet man im Rahmen der längst vergessenen Agenda 2000 neben vielen anderen auch eine Arbeitsgruppe zum Thema Mountainbking ein, deren Arbeitsergebnis die "Vereinbarung zum Mountainbiking in Bayern" war. Sie wurde im Umweltminsterium offiziell vorgestellt und durch die Unterschriften des damaligen Bayerischen Umweltministers Schnappauf sowie von Vertetern des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC), der Deutschen Initiative Mountainbike (DIMB) und Vertretern anderer Verbände wie z. B. dem Bayerischen Jagdverband und dem Bayerischen Gebirgs- und Wanderverein gültig. Der Text der Vereinbarung befand sich ein paar Jahre auf der Homepage des Umweltministeriums. Heute ist er nur noch auf der Homepage des Landesverbandes Bayern des ADFC zu finden.

Die Vereinbarung zum Mountainbiking in Bayern

Im Rahmen des o.a. Projektes mit dem Biosphärenreservates bot es sich an, eine Vereinbarung zum Mountinbiken in der Rhön zu treffen. Sie kam tatsächlich zustande, wurde "FAIRständnis in der Rhön" genannt und von den zuständigen Rhöner ADFC-Gliederungen, der Unteren Naturschutzbehöre im Bezirk Unterfranken sowie vom Rhönklub unterzeichnet. Sie findet sich seit Jahren nur noch auf rhoen-active.de

FAIRständnis in der Rhön